Pflege und Schärfen
Ein scharfes Werkzeug ist sicherer als ein stumpfes, weil es ohne großen Kraftaufwand schneidet und weniger abrutscht. Schärfen gehört deshalb zur täglichen Werkstattroutine und nicht zur Ausnahme. Das Grundprinzip ist bei Hobeleisen und Stemmeisen gleich:
- Schleifen: Auf einem groben Stein (Wasserstein, Ölstein oder Diamantplatte) wird die Fase im gewünschten Winkel – meist 25 bis 30 Grad – gleichmäßig abgetragen, bis sich an der Schneide ein feiner Grat bildet. Eine Schleifhilfe hält den Winkel konstant; mit Übung geht es auch freihändig.
- Abziehen: Auf einem feinen Stein (Körnung ab etwa 4000 bei Wassersteinen) werden Fase und Spiegelseite nacheinander abgezogen, bis der Grat verschwindet. Die Spiegelseite muss dabei vollkommen plan auf dem Stein liegen.
- Polieren: Ein Lederriemen mit Polierpaste oder ein sehr feiner Stein nimmt die letzten Spuren ab. Die Schneide ist fertig, wenn sie ohne Druck ein Blatt Papier sauber schneidet oder Haare auf dem Unterarm rasiert.
Wassersteine müssen regelmäßig abgerichtet werden, weil sie sich hohl schleifen; eine Abrichtplatte oder ein grober Stein genügen dafür. Sägen mit gehärteten Zähnen lassen sich nicht nachschärfen und werden ersetzt; klassische Sägeblätter werden mit einer Dreikantfeile gefeilt und mit der Schränkzange neu geschränkt.
Rost und Lagerung
Werkzeugstahl rostet, sobald Feuchtigkeit und Luft zusammenkommen – und Holz gibt Feuchtigkeit ab. Nach der Arbeit sollten Eisen und Sägeblätter abgewischt und mit einem dünnen Film Kamelienöl, Ballistol oder Wachs geschützt werden. Hobel lagert man auf der Seite oder mit zurückgezogenem Eisen, Stemmeisen in einer Rolle oder mit Kantenschutz, damit die Schneiden nicht aufeinanderschlagen. Holzgriffe und Hobelkörper aus Weißbuche oder Rotbuche gelegentlich mit Leinöl einreiben, damit sie nicht austrocknen und reißen.
Hinweis
Diese Seite erklärt Grundlagen und ersetzt keine fachliche Anleitung. Wer das Handwerk gründlich lernen will, findet den Weg über die duale Ausbildung und die Bildungszentren der Handwerkskammern – mehr dazu unter Handwerk am Rhein.